Belgischer Kurier: belgische Ausgabe des Deutschen Kurier

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s.n. 1916, 07 Mai. Belgischer Kurier: belgische Ausgabe des Deutschen Kurier. Accès à 24 mars 2019, à https://hetarchief.be/fr/pid/gh9b56fb6p/
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la éer Berliner «sedlziolschen Geselîschaît zeigt6 Dr. Paul Mariasse Kranke, an denen er Sehnenoperationen gemacht hat. Besonders intéressant war die Ueberpflanzung der Beugesehnen der Finger auf die Struktur der Hand, «Me voile Gebrauchs-fâhigkeit zur Folge hatte. Trofczdem die gemeinsame Beuge-aehne iiberpflanzt. wurde, war doch duroh Spaltung der Sehne auch eine Streokung der clnzelnen Finger inijglieh. Bei der Behandlung der epidejnisehen Genickstarre hat Dr. liants Miih-sam dadurch gute Erfolge gesehen — 5 Prozent Todesfàlle gegen sonst 50 Prozent —, daB er nach ohirurgischen Grund-sâtzen taglicli bis zu 100 Gramm Flussigkeit aus dem Riicken-markskanal durch Punktion absaugte. Er geht dabei von dem Prinzip aus, dafi durch die dadurch bewirkte Emeuerung der entziindlichen Ausschwitzung immer mehr spezifische Schutz-stoffe an den Ort der Erkrankung gebraeht werden. Docli macht. Friedmann darauf aufmerksam, dafi unter besondereu Umstânden das Ablassen von Riickenmarksfliissigkeit, auch nur in geringeren Mengeu, zum Tode fiihrt. Er hat auf cliemotliera-peuthischem' Wege mit dem von" Morgenroth gefundenen Op-tochin gute Erfolge gesehen. Eine Tulpeiiausstellung ist im Tiergarten erciffnet worden. Besonders die Siegesallee bietet die verschiedensten Arten in groBen Einzelausstellungen. Jedes Feld — von tibrigens recht ansehnlicher Grofie — bietet éine andere Farbe; nur gleiehfar-bige und gleichartige Sorten stehen beisamnien. Fiir diese sclionen Anpflanzungen haben die hollândischen Ziichtereien viel Zwiebeln geliefert. An anderen Stellen des Tiergartens ist die Farbeneinheit nicht gcwahrt, man findet da. groBe An-siedlungen von Mischfarben, die auf dem Grunde des dunklen Tiergartengruns vorziiglich wirken und feich in bunten Tupfen auf dem Wasser widerspiegeln. Eine groBe, ebenfalls misch-farbige Tulpenwiese ist auf dem Kreuzberge zu sehen. Taufe und Kommnnion in 48 Stunden. Einen seltenen Erst-kommunikanten, einen 36jâhrigen franzôsischen Kriegsgefan-genen. sah .man dieser Tage in Eltmann in Unterfranken. Der Gefangene, der am Tage vorher getauft wurde, heiBt Satté Le-fort und nahm als Infanterist auch an den Kâmpfen in Marokko teil, bei denon er mehreré Auszéichnungen erwarb. Die Schuljugend und der Krieg. Die Mannheimer Schul-arztin Graetzner Hepner hat die Kôrpergewichte und Korper-groBen einer grôfieren Anzahl von Schulkindern vor Kriegs-ausbruch mit denen nach einem Jahr in Vergleich gestellt. Es wurden je 500 Kinder des ersten, vierten und acbten Schuljalirs zu déni Vergleich herangezogen, Knaben und Mâdchen in'glei-cher Zahl. lin allgemeinen ist das Ergebnis der zahlenmâESigen Zusammenstellung sehr giinstig. Das erste Kriegsjahr hat keine wesentliche Verschlechterung im Kôrperzustand der Kinder her-vorgerufen. Die durchschnittliche Kôrpergrôfie ist als yôllig gleichgeblieben auszuspreclien; es finden sich im Kriegsjahr sogar mehr Schwankungen der Durchschnittszabl nach oben wie nach unten. Das Durchschnittsgewicht zeigt bei einigen der Gruppen zwar eine leichte Abnahme im Kriegsjabre, sinkt aber nirgends unter die Durchschnittszahlen herunter. Graï Holcks Begrabnîs. Nach einer ergreifenden Trauerfeier im Hauptquartier des Kronprinzcn wurde die Leiche des am 30. April bei einem Luftkampf vor Verdun tôdlieh vermigliickten Kittmeisters Graf ïïolck nach Othmarschen bei Altona, dem Wohnsjtz seiner Eltem, iibergefuhrt, wo am Freitag oder Sonn-•bend die Beisctzung stattfinden wird. Kriegsinvalide im ôffentlichen Staatsdienst. Die sâchsisclie Regiermig hat angeordnet, daB Kriegsinvaliden die Anstellung im Staatsdienst derart erleichtert wird, daB nur ausnahmsweise eine Ablehnung wegen Invaliditàt erfolgt. Es wird als eine der vornelimsten Aufgaben der Staatsverwaltung bezeichnet, den Tnvaliden, wo es nur uiôglich ist, einen Erwerb zu schai'fen. Verstûnimelungen. wic Verlust eines Beines, Armes, Auges oder ciniger Finger, sollen der Anstellung nicht hinderlieh sein, vor-ausgesetzt, daB die Fortfiihrung des. fruheren Berufes unm8gliçh ist. \ ehnliches Entgegenkommen sollen die Kriegsinvaliden bei den Gemeinden finden. Fiir Wohlfahrlszwecke iiberwies die Niederrheinische Aktien-gesellschaft fiir Lederfabrikation, vorm. Z. S»ier. dt m Kriegs-nnterstutzungskonto 100 000 Mark, der Gemeinde Wickra'th fiir Hinterbliébonen- und Invalidenfiirsorge 50 000 Mark und der Nationalstiftune' fiir die Hinterbliebenen der im Kriege Gefa.l-Icnen 50 000 Mark. Personalnachrichten Der Landesdirektor der Furstentiimer Waldeck und Pyrmont, Dr. F r h r. v. L ii t z o w, vpllendet im Mai_ sein 60. Lebensiahr; er kann gleichzeitiar auf eine 35jâhrige Tàtigkeit im Staatsdienst zurîickblicken. Er war Landrat des Kreises Ostrowo, Oberregierungsrat in Bromberg und Oberpràsi-dialrat in Stettin. Vony dort aus erfolgte seine Berufung nach Waldeck. Aile wollen nach OstpreuGen ziehen! Die Bauberatungsâmter hatten es fiir wtinschenswert erklârt, daB fiir den Wiederaufbau von OstpreuBen in bestimmten Bezirken dio Ansiedlurig von selbstandigen Handwerksmeislern stattfinden mOge. Diese Nachricht war durch die Tageszeitungen gegangen und hat nun einen Erfolg ^ehabt. der fiir die TJrheber dés Gedankens gewiB iiberraschend, fiir die Provinz OstpreuBen aber recht schmeichel* haft ist:_ es sind so viele Meldungen einceiaufeu nicht nur aus ullen Teilen des Keiches. sondera von selbstandigen Handwerks-meistern, die noeb im Felde stehen. Die Berliner Handwerks-kammer mid die Bauberatungsamter in OstnreuBen waren A'ôllig auBerstande, diese Hundorte von Wunschen und Anfragen zu béantworteri, so daB viele Handwerktmeister ofine Bescheid blei-ben mufiten. Ln der Berliner Handwerkskahimcr sah man sich .i'ïiofigt-, nunmehr doch einige Grundbedingunarén fiir die An-Mrdlung bekannt zu geben, denn das ostprcuBische Handwerk ^>li durch keinen Massenzug von Wetlbewerbern Scbaden er- leiden. Die Beteiligten rnuBten, nm sich auch selber vor, Scha- t; den zu bewahren, vorher priifen, ob fiir eine dauernde Niederlas- f sung ein dauerndes Bediirfnis besteht. Dringend gewarnt wird a aber jeder Handwerker vor der Uebersiedlung, wenn er nicht 1 geldkrâftig ist, nicht technisch iiber die bes'" 1 eifîtun -""iii<rkeit s verfiigt und nicht einen Stamm tiichtiVer nroehulter Gesellen -v und Gehilfen hat. Fiir wirtschaftlich schwache und technisch nicht genùgend leistiuigsfâhige Handwerker kommt also eine v Ansiedlung in OstpreuBen keinesfalls in Frage! j- j. Wissenschaft, Kunst, Teclmik, î Der Warschaùer KongreS iiir innere Medîzin» , In der alten polnigchen Konigstadt Warachau versammel- ^ ten .sich mehr als tausend Aerzte aus Deutschland, Oesterreich- ^ Ungarn, Bulgarien und der Tiirkei, um im Polytechnikum ^ die auBerordentliche Tàgung des Kongresses fiir innere Medizin ^ abzuhalten, um dessen Zustandekommen sich namentlich der o Vorsitzende Geheimrat His (Berlin) und Professor Weintraud S (Wièsbaden), weiter in Warschau Anneearzt Paalzow, General- a oberarzt Hermann, Gouvernementsarzt Hochheimer und Garni- s sonarzt Professor Fi-iedlâiider groBe Verdienste erwarben. s Neben einer groBen Zahl bervorragender deutscher Aerzte, " Dietrîeh als Vertreter der preufiischen Militârmedizinalabtei- Jr lung, Schultzen, Chef der preufiischen Militârmedizinalabteilung, { Heubner, "Strumpell, Friedrich Muller, Eomberg, Minkowski u. a. waren aus Oesterreich Generaloberstabsarzt Thurmwald von î Tôply, Prof. Paltaul', Chef des tiirkischen Sanitatswesen Ex- g zellenz Suleiman Numan Pascha anwesend. v Der Generalgouverneur v. Beseler, der Bezwinger von ^ Antwerpen und Now-Georgiewsk, erôffnete den KongTeB, in- z dem er in schlichter und herzlicher Weise die Anwesenden begriifite. Er riihmte die groBen Verdienste der Aerzte und Hygieniker, die es erreicht haben, daB wir weniger Verluste durch Krankheiten als durch Verwundung liaben. Den Dank fiir seine Anerkennung erstattete der Feldsanitâtschef v. f Schjerning, der einen kurzen Ueberblick iiber das Personal ^ des Sanitâtswesens im Kriegsdienste gab. Geheimrat His ent- j. w-ickelte die Bedeutung der Medizin fiir die Bekàmpfung der s KriÉgsséuchen. Zum Khrenvorsitzenden wurde Eszellenz v. g Schjerning ernannt. f; Oberstabsarzt Prof. Hoffmann sprach iiber Schutz des a Heeres gegen Choiera. Die Schutzimpfung hat nach den ^ allgemeinen Erfahrungen der deutschen Armee erfolgreich ge- ^ wirkt. Krankheits- und Sterblichkeitsziffer waren sehr gering, , verschwindend in der Zivilbevôlkerung. — In der Diskussion y wurde der Wert der Schutzimpfung anérkannt. Pof. Pal- ;î tauf betonte daneben die Notwendigkeit der hygienischen F MaBnahmen. Ueber Herzkrankheiten bei Kriegsteil- z nehmorn trug Prof. Wenckebaeh (Wien) vor. Die Zahl h der durch den Krieg hervorgerufenen Herzleideh ist verhâlt- ^ nismaBig sehr gering. Die meisten Herzbeschwerden sind u nervds und .verschwinden bei geeigneter Behandlung. Dieser ? Auffassung waren auch in der Débatte die Professoral Rom- 4 berg (Miinchen), Gerhardt (Wiirzburg), Hoffmann (Diisseldorf) u. a. ^ Die ganze Nachmitfagssitzung wurde von der Verhandlung iiber Fleckfieber ausgefiillt. Referate erstatteten die a Professoren B r a u e r (Hamburg) und Jiirgeiis (Berlin). Der v Erreger der Krankheit ist noch nicht gefunden, ebensowenig u ein sicheres Heilmittel. ii Die Referate iiber den Unterleibstyphus von Geheimrat v. £ K r e h 1 (Heidelberg), der leider durch Krankheit am Erschei- iien verhindert war, wurden a on Generalarzt H ii n e r m a n n ^ erstattet. Die Verhandlung iiber dieses wichtige Thema er- z; gab namentlich den groBen Wert der Schutzimpfung. Nach g Hiinermann hat sie in der Armee die Zahl der Erkrankungen k wesentlich besehninkt, den Verlauf des Typhus gemildert, die d Mortalitât herabgesetzt. Wâhrend 1870/71 die Hochstzahl der e! Fâlle auf 31 pro Tausend der Kopfstarke stieg, hat sie dies- S mal nur 15 erreicht. Die Sterblichkeit, die sonst durchsehnitt- lich 10 bis 12 Prozent der Erkrankten betrâgt, ist bei Paii- Jr enten, die 3 und 4 mal geimpft waren, nur bis 2,6 Prozent JT gegangen. Ueber Ruhr sprachen Geheimrat M a 11 h e s (Mar- P burg) und Geheimrat Kruse (Leipzig). Die Serumtherapie d bat noeh keine unzweifelhaften Erfolge ergeben. 1'. Zum 80. Geburtslag Mgr. Anton de Waal's. Der weitbe- d kannte deutsche Gelehrte Mgr. de Waal, Rektor des deutschen si Campo-Santo in Rom feierte kiirzlich seinen 80. Geburtstag. d Schon bei seinem goldenen Priesterjubilâum im Oktober 1912 w7urden îhm von ail en Seiten zajblreiçhe Ehrungen und Sympa-thiekundgebungen zuteil. Sowphl Léo XIII. als auch Piùs IX. hielten sehr grofie Stiicke Aron ihin und interessierten sich leb-haft fiir die Arbeilen des unenniidlicben .Gelehrten. Er ist einer der Wenigen, welche der Ausbruch des Weltkrieges nicht von der Stâtte seiner Wirksamkeit verscheuchte. Still und zuriick- gezogen, fast wie in einem Kloster, setzfe cr seine hochwissen- s schaftlichen Arbeiten weiter fort, bis der Friede auch ihm wieder s mehr Bcwegùngsfreiheit zuriickbringt. Geburtenzah! und Kindersterblichkeit in Englaud. Im 1 Jalire 1914 ist dio Zahl der Geburten in Englarid und Wales 1 m 2658 von 881480 auf 878 222 gesunken. ub: uebutt/.ifin-tir 1914 23,8 auf 1000 wrar die niedrigste bis dahiu beob-chtete, die im ersten Viertel des Jahres 1915 auf 22,9 und im îtzten Viertel auf 19,5 sank. Die Kindersterblichkeit dagegen tieg; wâhrend im Jahre 1914 von 1000 Kindern 105 starben, l'aren es 110 im Jahre 1915. Neue Briefmarken von Mexiko zu 1, 2, 3, 4, 5 und 10 ientavos sind soêben zur Ausgabe gelangt. AuBerdem ist eine esonders kiinstlerisch ausgefiihrte neue Briermarke zu 1 Peto i Vorkehr gebraeht worden. Diese zeigt im Eikle das Leucht-urmgèbâude von Beracruz in brauem Eindruck. Dié Farbe der larke selbst ist grauschwarz. Ein sparsames Verfahren der Kaî'ïeebereitung gibfc Prof. >r. M. D ë n n s t e d t in der lezten Nommer der ^ Chemiker-eitung» an. Man soll den feingemahlenen Kaffee nicht mit eiBeni, sondern mit kaîtem Wasser ausziehen, und diesen Aus-ug erst nachlier heiS macheii. Man braucht daim nur -A der onst notwendigen Kaffeemenge. Allerdings dauert die Be-situng làngere Zeit. Man muB nâmlich abends schon den Auf-ufi fiir das nachste Morgenfriihstuck ansetzen. Die iibliche ienge gemahlenen Kaffees wird mit den Surrogaten, die man nzuwenden pflegt, in eine saabere Flasche gefiillt, lialtes Was-er daraufgegossen und stehen gelassen. Hin und wieder ehiittelt man die Flasche um. Am nâchsten Morgcn giefit îan die dimkelbraune Fliissigkeit, die auch aile aromatischen toffe mit aufgenommen hat, durch ein Sieb in einen K-och->pf und erhitzt sie darin. Wenn das nun genuBfâhige Ge-•ânk nicht volllïommeii klar ist, so ist das nur ein Scnonheits-îhler. Man bedenkc, dafi die Araber, die sicher mehr vom Laffee' und seiner Zubereitung verstehen als wir, den feiu-emahlenen Kaffeesatz mit der Flussigkeit genieBen. Der Satz ird nicht weggeworfen, sondera''zunftchst nochmals mit kalt<-m Passer ausgezogen und dieser Auszug statt des reinen V n-u dem folgenden Ansatz benutzt. Vermischtes. Die verdorbenen Moskauer Osterbraten. Die russische Zei-Wg Utro Rossij berichtet: In der Woche vor Ostern trafen i Moskau 32 Eisenbalmwagen mit Fleisch aus Sibirien ein, ie vom Landwirschaftsministerium bestellt waren, um an die evolkerung verkauft zu werden. Die Untersuchung des Flei-:'hes ergab aber, daB es verdorben war. Es war in Tomsk ekauft und am 27. 3. dort nach Moskai! verladen worden. s war zwar in gefrorenem Zustande abgeschickt worden, war bér iiber drei Wochen unterwegs, wobei infolge des warmen i'etters das Fleisch auftaute und verdarb. Unter den Giiter-agen befanden sich auch sogenannte Eiskellerwagen. Man atte nun gehofft, dafi -wenigstens darin das Fleisch sich ge-alten hatte. Aber auch dies war nicht der Fall, da es in 'omsk verabsâumt worden war, genjigend Eis einzufullen, m 21. 4. kam noch ein dritter Zug mit 16 Wagen sibirischen leisches in Moskau an, aber auch dies war verdorben. Be-?ichnend ist es, dafi bei der Untersuchung auch Schlâchter-leister anwesend waren, die fanden, es wâre schade, das leisch vernichten zu lassen. <-So schlecht» sei es gar nicht nd konnte noch zu Salzfleisch verarbeitet werden. Dio Kom-lission beschloB aber, aile 48 AVagen Fleisch vernichten zu ■ssen. Das Landwirtschaftsministerium hat von der ganzen ache einen Schaden von 200 000 Rubel. Leibkutscher Pfund war, worauf schon sein Name hinzu-3uten scheint, eine Persônliclikeit von einigem Gewieht und 3harrte zuweilen selbst fj'inem Konig und Herrn gegeniiber uf seinem Willen. Als Friedrich der GroBe im Jahre 1782 an einer Truppenschau in WestpreuBen heimkehrte, wollte er uterwegs in dem Dorfchen Dolgelin bei MiUlrose im Pfarrhause Dernachten, wie er dies bereits mehrmals bei àhnlichen Ge-genheiten getan batte. Ihm behagte die Ruhe der lândliclien farrhàuser. die er einem Unterkommen in der Stadt vorzog, id die Landpastoren pareil keineswegs bose daruber. Demi e wûrdigten nicht, nui/ die Ehre, den Landesvater beherbergen i konnen, sondern hatten jedesmal beim Abschied ein Gnaden-îschenk von 100 Talern zu erwarten, obwohl die Zehrungs-osten besonders vergiitet wurden. Im Jahre 1872 aber kam r:r Pfarrer -\-on Dolgelin um seine 100 Taler, und zwar durch gene Scbuld. Denn als die Kutsche des Kônigs in Dolgelin ntraf und der Konisr sagte: «Hier will ich bleiben!» erwiderte fund kurz und biindig: «Nein, die Sonne ist noch nicht unter, ir kommen noeh recht gut bis Mtincheberg. und dann sind wir orgen viel friiher in Potsdam!» Und der alte Fritz ergab sich it einem: «Na, wenn es sein muB!» in sein Schicksaî. In olgelin hauste nàmlieh seit einem Jahr ein neuer Pastor, der 3n alten Brauch noch nicht kannte, daB der Kutscher vom Earrer heimlich stets 10 Taler Trinkgeld erhielt. Jm vorigen ihre liatte Pfund nun die betriibende Erfahrung gemacht, dafi :r neue Pfarrer auch auf diesem Gebiet ein Neuling- war, und > wurde die Fahrt bis Mtincheberg fortgesetzjt, wo Pfund snn auch seine 10 Taler bar und richtig erhielt. grossies hotel deutschum05 f ^ ffl «m "f. direct ^/O AN I L MIT BAD.T0it.CTTg. « ^g^P^FLIESSEHDEM WASSERu.FERWTELEPHQPj . | Hamburger Brieî. Man sehreibt uns: Der Atiftakt zum Friihling hat in Hamburg auf der Alster sein schoustes .SpielfelcL Um Ostern, sobald die Sonne von imgefahr cinmal die sehwer-gepriifte Regenstaclfc wârmer iiberleuchtet, wird auch gleich der Trieb zu diesem malerisch-anmutigen Wasserbereich mit aller Ausgelassonheil rege. Schon kreuzeii • iiberall Segel-boote. Kanus werden ausgesetzt. Jungé Madchen riisten eigenhândig zur Fahrt, als miilîten sie es den Fischerleuteu gleichtun. Verwegene Jungen und Burschen sttirzen Hais iiber Kopf in die Ruderboote, hantieren imgefiige mit den Eiemen, jagen hin und her. Wer das GenieBen ruhiger haben will, opf.ert am Jungfernstieg einen Groschen. Dann fiihrt einen der kleine, weifîe Alsterdampfer eine halbe Stunde lang iiber die Binnen- und AuBen-Alster bis nach Winterheide. Wir steigen în Winterheide aus. Von hier fiihrt der ' Weg rechts hinauf in den neuen Stadtpark, der zwischen Winterheide und Barmbeck auf einer Flâche von 180 ha im Werden begriffen ist. In seiner ganzen grofS-ziigigen Anlage wird er spâter nach der Vollendung einmal zu den eigenartigsten, stillvollsten Sehôpfungen moderner Parkkultur gehoren. An dem Entwurf hat Lichtwark noch wie an einer Lieblingssache mitgearbeitet. Kunst und Natur mischen sich hier in eigentiimlicher Weise. GroBe und kleine Bauwerke entstehen, die sich dem Landlichen anpassen, bâuerliche Wirtschaften, Teiche mit grofige-schwnngenen Buchtungen, machtige Spielplâtze, mit Gehôlz umkranzt; iiber riesige, flachgedehnte Koppeln werden gradlinige Baumreihen gezogen, stimmuDgsvplle Haine, in denen allerhand plastische Bildw-erke zur Aufstellung kommen, sieht man liereits angedeutet. Don vollen GenuB von diesem Werk wird erst die nachfolgende Génération haben. Am Rande des Parkes liegt hinter Gebiischen eine lândliche Flurwirtschaft. Ein armseliges Haus. Wir kehren ein. Der Wirt ist ein ehemaliger Jamnet von der Flens-burger Gegend. Dio diistere, enge Wirtsstube wird von einer Petroleumlampe erleuchtet, die von der Decke herab-httngt. An der Wand hàngen Oeldrucke und dazwischen etliche Kampfwerkzeuge der'Sâgeiisehe. Hier erhàlt man, wenn man danach verlangt, einen sogenannten Grogkaffee nach Seemannsart. Unter breitem Sehmunzeln gibt der Wirt den Tassen die notigen Scliûsse Rum zu. <Nu sup man to», muntert er auf und stelit da wie ein klotzig in Holz gehauener Satyr. «Uemmer ran an de Briten!» Und schon spuken, pbantastisch bewegt, die stetig kreisenden Bilder und Gedanken vom Kriege in die Stube herein . . . Das alte Johanneum, dies ehrwiirdige, bauliche Wahr-zeichen der Stadt Hamburg, versieht im allgemeinen Be-triebe noch immer tapfer seinen Dienst, wenn auch manch ein Gliçd schon briiehig geworden ist. Es wird jetzt fiir dringende Bibliothekszwecke noch einmal aufgefrischt und erhâlt im Osten und Westen an jedem Fliigel je einen Aus-bau. Auf der einen Seite wird feo mit einem Aufwand von 54 900 Mark an Baukosten und 69 000 Mark an Mobiliar-kosten Raum fiir die Stadtbibliothek gewonnen, auf der andern Seite fiir die Kammerbibliothek, mit Kostenbetràgen von 59 700 Mark und 81 000 Mark fur die gleichen Zwecke. Es handelt sich hierbei jedoch nur um eine vorlâufige Ab-hilfe. Der Bau eines grofien Bibliothekgebâudes, das in Stil und Plan den neuzeitlichen Bedurfnissen entspricht und fur das ein Platz am Dammtor bereits in Aussicht genom- men ist, ist bereits beschlosseno Sache, wenn auch die Aus-fuhrung des Plans noch einige Jahre auf sich warten la-ssen wird. Ii?zwischen hat auch Hamburg im Muséum fur Kunst und Gewerbe eine iiberraschend reichhaltige Ausstellung erolfnet, dio vielraeb verschiedenc Gegenstiinde der neuer-dings in den Lazaret ten geiibten Solda tenkunst zur Schau bringt. Die anleitendf d Krafte haben den kiinstleri-schen Schaïfens.-inn der Venvundeten mit bestimmter Ab-sicht vorwiegend auf das von altersher reîeh gepflegte n i e d e r d e u t s c h -1 a n d 1 i c h e H a u s g e w e r b e ge-lenkt, worin das Eigentiimliche der volksttimlichen Art in starken, urspriinglichen reinen Stilformen zur Geltung kommt. So wurde in einem besondereu Raum eine Vor-bildersammlung eingerichtét, die aile fiir diesen Zweck nur geeignéten Stiicke aus dem Besitz des Muséums vereinigt. Aus naheliegenden Griinden hat man dabei in erster Linie das alto prachtvolle bâurische Hausgewerbe der V i e r -lande im Elbgebiet beriicksichtigt, das die einfachste Behandlung voraussetzt. Ailes, was diese Vorbildersammlung ent-halt: Mobel, Kasten, Korb- und Sagearbeiten, Schnitz-werke, Zierkôrbe, Gewebe, Gewandsclimuck, Stickereien, Flechtarbeiten und anderes mehr, konnte dem venvundeten Soldaten die besten Modelle an die Hand geben und zu-gleich seinen Geschmack, sein Verstândnis fiir die gesunde Volkskunst entwickeln und befestigen. Das Unternehmen hat denn auch reiche Friichte getragen. Gerade an gewerb-lichen Arbeiten enthalt die Ausstellung viele ausgezeich-nete,. nach kûnstlerischem Richtmafi zu bewertende Lei-stungen. Der Geldertrag aus dem Unternehmen wird dem Roten Kreuz zugefiihrt. H. G.

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Cet article est une édition du titre Belgischer Kurier: belgische Ausgabe des Deutschen Kurier appartenant à la catégorie Oorlogspers, parue à Brüssel du 1915 au 1918.

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