Eine tödliche Wolke: Der erste große Gasangriff in Belgien

Eine tödliche Wolke: Der erste große Gasangriff in Belgien

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Redactie 03 september 2015 73
Am 22. April 1915 erschraken französische und britische Truppen zwischen Steenstrate und Langemark über eine gelbe Wolke, die auf ihre Linien zutrieb. Als die Wolke die Soldaten erreichte bekamen sie starke und schmerzhafte Hustenanfälle und brennende Augen. Dieser erste großangelegte Gasangriff mit tödlichem Gas verursachte unter den Soldaten eine Welle der Panik. Am Morgen des 22. Aprils hatten die Deutschen 5 730 Gaszylinder mit Chlorgas geöffnet. Der Wind besorgte den Rest. Die deutschen Truppen – die sich gegen das Gas mit vor den Mund gebundenen befeuchteten Tüchern schützten – konnten in die alliierten Linien eine Bresche mit einer Breite von vier Kilometer schlagen. Der französische General Foch ließ allerdings schnell neue Truppen anrücken, wodurch die Deutschen nicht weiter aufrücken konnten.
 
Zu Beginn des Krieges hatten sowohl deutsche als auch französische Truppen Tränengasgranaten verwendet, um ihre Gegner erblinden zu lassen. Dies hatte jedoch wenig Effekt. In 1915 gingen die Deutschen dazu über, Granaten mit tödlichen Gasen zu verwenden; der Angriff vom 22. April 1915 stellte einen Wendepunkt dar und von nun an setzten beide Parteien bei den folgenden Angriffen häufig Giftgas ein. 
 
Britische Opfer von einem Gasangriff, 10/04/1918, Imperial War Museums, Q 11586, Thomas Keith Aitken